„Morgenübung“ (spüren-hören-schauen)

1. Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, die beiden Handflächen auf den Oberschenkeln ruhend.

2. Zunächst spüren: nacheinander den rechten Fuß, den Kontakt mit dem Boden, den rechten Unterschenkel, den rechten Oberschenkel, den Kontakt mit der Hand, die rechte Hand, Unterarm, Ellbogen, rechten Oberarm, durch den Oberkörper zur linken Seite, Schulter, Oberarm, Ellbogen, Unterarm, Hand, den Kontak mit dem Oberschenkel, linker Oberschenkel, Unterschenkel, Fuß. Dann beide Beine und beide Arme gleichzeitig spüren, dazu dann

3. Hören: Geräusche, Töne und die Stille dazwischen und dahinter. Dann gleichzeitig spüren und hören und

4. schauen: mit dem Blick eines neugierigen Kindes (nicht fixieren, d.h. nicht nur auf einen Punkt schauen).

5. Schluß: … im Körper sein, die Empfindungen in Armen und Beinen spüren. Außerdem gleichzeitig hören, aktiv hören auf die von Moment zu Moment vorhandenen Klänge, Geräusche und aktiv auf die Gegenstände schauen, wahrnehmen wie ein wissbegieriges Kind, so als ob Du die Dinge zum ersten Mal siehst. … Es geht darum, bewusst achtsam für den Moment zu sein, indem Du fühlst und spürst und tatsächlich hinhörst und Dich umschaust und gleichzeitig die kleine Willensanstrengung auf Dich nimmst, die es braucht, um die Aufmerksamkeit absichtlich geteilt zu halten. Dies ist ganz wichtig. Nie soll die gesamte Aufmerksamkeit nur ins Hören oder nur ins Sehen gehen, sie soll geteilt bleiben. Bleibe in Verbindung mit den Empfindungen im Körper, in Armen und Beinen und schau und höre aktiv.

… Dieses Spüren, Schauen und Hören ist der Weg in die Gegenwart, ins Gegenwärtig-Sein.

nach Charles Tart 1996, S. 80-87

Anmerkung: „Morgenübung“ weil empfohlen wird, sie gleich nach dem Aufwachen am Morgen zu praktizieren, sie kann damit die Einstellung und innere Haltung für den ganzen Tag prägen.

Print Friendly, PDF & Email