Rotierende Aufmerksamkeit

Ziele: Üben der bewussten Lenkung der Aufmerksamkeit, Übung des Beobachters, der weiss, wohin die Aufmerksamkeit gerichtet ist.

Anwendung: Auch in Situationen, in denen die Aufmerksamkeit dysfunktional auf einem Fokus (z.B. „negative“ Gedanken oder in einem Streit) bleibt, von dem es gilt, wegzukommen. Im Rahmen von Psychotherapie wird dieses Prinzip der „rotating awareness“ in der Traumatherapie angewendet. Dabei leitet der Therapeut den Klienten an, zwischen Belastendem (z.B. überschwemmenden Gefühlen oder Erinnerungen) und Ressourcen hin und her zu pendeln.

Vorgehen: Die Aufmerksamkeit wird bewusst dem „Rad der Achtsamkeit“ entsprechend über die unterschiedlichen Speichen gelenkt (Außenwelt: sehen, hören, tasten, ev. riechen und schmecken; Innenwelt: empfinden, fühlen, denken; Angenehmes, Neutrales oder Unangenehmes) solange, bis der Geist ruhiger wird.

Variante: 5-4-3-2-1 Methode

Nacheinander bewusst wahrnehmen, ev. auch benennen,

  • 5 Dinge die ich sehe (z.B. eine Türe, eine Blume),
  • 5 Dinge, die ich höre (z.B. Geräuch eines Autos, ein Summen, die Stille),
  • 5 Dinge die ich taste/empfinde (z.B. den Kontakt meiner Fußsohlen mit dem Boden, die Kontaktfläche meines Rückens mit einem Stuhl, meine Hand auf der Armlehne);

4 Dinge die ich sehe, 4 die ich höre, 4 die ich empfinde;

jeweils 3 Dinge …, dann jeweils 2 Dinge, dann je eines.

Dies können auch die gleichen Objekte sein, wichtig ist vor allem, sie wirklich bewusst wahrzunehmen und mit der Aufmerksamkeit zumindest einige Augenblicke bei ihnen zu verweilen.

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