Übung zur Disidentifikation („Zeuge-Übung“)

„Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper. Ich kann meinen Körper sehen und fühlen, und was gesehen und gefühlt werden kann, ist nicht der wahre Sehende. Mein Körper kann müde oder erregt, krank oder gesund, schwer oder leicht, angstvoll oder ruhig sein, aber das hat nichts mit meinem inneren Beobachter, dem Zeugen, zu tun. Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht (nur) mein Körper.

Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle. Ich kann meine Gefühle empfinden und spüren, und was empfunden und gespürt werden kann, ist nicht der wahre Empfindende. Gefühle kommen und gehen, aber sie berühren meinen inneren Inneren Beobachter nicht, den Zeugen. Ich habe Emotionen, aber ich bin nicht die Emotionen.

Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken. Ich kann meine Gedanken sehen und erkennen, und was erkannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Gedanken kommen mir und gehen wieder, aber sie berühren meinen innerer Beobachter nicht, den Zeugen. Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht Gedanken.

Danach die Affirmation, so konkret wie möglich: Ich bin das, was übrig bleibt, ein Zentrum reinen Gewahrseins, der Beobachter, der unbewegte Zeuge all dieser Gedanken, Gefühle und Empfindungen“.

(nach: K. WILBER: Mut und Gnade 1992)

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