Was ist Achtsamkeit?

Das Konzept der Achtsamkeit stammt aus der buddhistischen Psychologie und wurde als Weg zur Befreiung von Leiden beschrieben.

Man muss aber kein Buddhist sein, um von Achtsamkeit zu profitieren: In den 1970er Jahren wurde Achtsamkeit von Medizin und Psychotherapie wiederentdeckt, das folgende Verständnis von Achtsamkeit entspringt einem psychotherapeutischen Hintergrund.

Achtsamkeit ist einerseits ein Geisteszustand, andererseits ein Weg der „Geistesschulung“, bei dem durch bestimmte Übungen Zustände von Achtsamkeit aufgesucht werden, um diese immer selbstverständlicher und leichter zugänglich zu machen und Achtsamkeit als Haltung zu verinnerlichen.

Zustände von Achtsamkeit sind gekennzeichnet durch

  • die Aktivierung des „Inneren Beobachters“, d.h. durch bewusst intendiertes Beobachten dessen,
  • was gegenwärtig ist – Gegenwärtigkeit bedeutet dabei die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment (das sind ca. 5 Sekunden)
    • in der Außenwelt (Wahrnehmung durch die fünf Sinne: sehen, hören, tasten, riechen, schmecken)
    • und in der Innenwelt (Gedanken, innere Bilder, Empfindungen, Gefühle, Impulse)
  • aus einer wohlwollenden Haltung der Akzeptanz, des Nicht-Bewertens und des unmittelbar (d.h. im Augenblick) Nicht-Verändern-Wollens.

Zentrale Auswirkung der Achtsamkeitspraxis ist eine „Disidentifikation“, d.h. wir sind weniger mit dem identifiziert, was wir denken, was wir von uns glauben und was unsere Automatismen von uns wollen. Wir schenken etwa dem, was wir denken, weniger Glauben, können  innehalten, im Beobachten der Gedanken bleiben und müssen nicht mehr den automatischen Impulsen folgen. Achtsamkeit bedeutet, aus einem „Autopilotenmodus“ in einen „Seins-Modus“ umzuschalten, aus dem heraus eine neue Qualität des Handelns möglich wird oder dieses eben auch unterlassen werden kann.

Achtsamkeitspraxis führt außerdem zu

  • einer Verbesserung der Fähigkeit zur Konzentration, hier verstanden als Fähigkeit, den Aufmerksamkeitsfokus bewusst zu wählen und dem zuzuwenden, was im Augenblick wichtig und bedeutsam ist und mit der Aufmerksamkeit darauf verweilen zu können,
  • zu Gleichmut, über Akzeptanz dessen was – augenblicklich – ist
  • und Klarblick, durch Hinschauen auf das was ist, ohne etwas zu verleugnen oder zu vermeiden.
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