Stress und Burnout bei pflegenden Angehörigen

„Speziell Frauen in helfenden Berufen sind oft zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, wenn man von ihnen erwartet, sie mögen ihre Kompetenzen auch im Kreise der Familie zur Verfügung stellen. „Mutter oder Vater brauchen Pflege und Du bist doch Krankenschwester“, heißt es dann. Was kann man darauf sagen? „Ich bin ohnehin schon den ganzen Tag für andere da, ich brauche meinen Erholungsraum?“ Wäre man egoistisch, wenn man in diesem Sinne antworten würde? Innerhalb der Familie ist es oft noch schwieriger, Grenzen zu setzen, als im beruflichen Feld. Abhängigkeiten, Loyalitäten und nicht zuletzt Verbundenheit und Zuneigung führen dazu, sich auf etwas einzulassen, was langfristig überfordern und problematisch werden kann.“

aus: Burnout und Achtsamkeit

Große Umfrage der American Psychological Association zu Stress in Amerika bezüglich „Family Caregivers“, Gender, Belastungen, regionale Unterschiede (Anderson et al 2012 pdf-download)

Über die Last der Pflege – the Burden of Care – bei Angehörigen von schizophrenen Menschen (Awad & Voruganti 2008)

Selbstverständlich sind auch Personen aus anderen Berufsgruppen oder Mütter mit Kindern durch die Pflege alter und kranker Angehöriger gefordert. Achtsamkeit kann dabei helfen, nicht allzulange auf sich selbst zu vergessen.

Studien zu Achtsamkeit bei pflegenden Angehörigen

Eine Studie aus Brasilien konnte zeigen, dass ein achtwöchiges Programm in dem Menschen, die alzheimerkranke Familienangehörige pflegten, Yoga und Mitgefühlsmeditation vermittelt wurde, zu einer Abnahme von Stress, Angst und Depression und des Stresshormons Cortisol im Speichel führte (Danucalov et al 2013).

Höhere dispositionelle Achtsamkeit stellt bei Müttern mit autistischen Kindern einen Schutzfaktor gegenüber Stress dar (Connor & White 2014)

 

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