Die 4-Stunden Woche

4stundenwoche

Der 1977 geborene Amerikaner Timothy Ferris beschreibt in seinem „Kultbuch“ (Originalausgabe 2007) , wie ihm 2004 – nach einem Burnout – der radikale Ausstieg aus dem Hamsterrad gelang.

Bei seinem „neuen Lifestyle-Design“ gehe es darum, ein Dealmaker zu sein: „DEAL“ sind die Anfangsbuchstaben von Definition (Festlegen neuer Spielregeln und Ziele), Eliminieren (Ignorieren und Weglassen alles Unwichtigen, „Informationsdiät“), Automation (radikales Delegieren bzw. Outsourcing) und Liberation (Schaffung von Freiheit zur Mobilität, kein fixer Arbeitsplatz, immer wieder „Mini-Ruhestände“, d.h. nicht erst nach dem Arbeitsleben).

Er verweist auf den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz. Effektivität bedeutet Dinge zu tun, die uns näher an unsere Ziele heranbringen. Effizient zu sein bedeutet, eine gegebenen Aufgabe – ob sie nun wichtig ist oder nicht – so ökonomisch wie möglich zu bewältigen. Oft geht es nur um Effizienz, ohne nach der Effektivität zu fragen. Oder anders: „Die Dinge richtig tun oder die richtigen Dinge tun“.

Bei der Beseitigung des Überflüssigen bezieht sich Ferris auf das Pareto-Prinzip oder die 80/20-Regel. Vilfredo Pareto ein Ökonom (1848-1923) erhob, dass das Volksvermögen in Italien so aufgeteilt war, dass 20% der Familien 80% des Vermögens besitzen. Er fand, dass ein Verteilungsverhältnis von 80 zu 20 in vielen Bereichen gegeben ist und leitete daraus das Prinzip aus, dass sich viele Aufgaben mit einem Mitteleinsatz von 20% so erledigen lassen, dass 80% der Probleme gelöst werden. Ferris rät dazu, alle zwei bis vier Wochen eine gründliche 80/20-Analyse durchzuführen und sich auf dann auf jene 20% Input zu beschränken, die 80% Output bringen.

Ferris gibt viele Anregungen und rät, sich verschiedene Fragen zu stellen (S. 99-102):

  1. Wenn Sie einen Herzinfarkt hätten und danach nur zwei Stunden am Tag arbeiten könnten, was würden Sie machen?
  2. Wenn Sie einen zweiten Herzinfarkt hätten und Sie dürften nur noch zwei Stunden pro Woche arbeiten, was würden Sie tun?
  3. Wenn Ihnen jemand eine Pistole an den Kopf hielte und Sie müssten vier Fünftel aller zeitraubenden Tätigkeiten aufgeben, welche wären das?
  4. Mit welchen Dingen verbringen Sie Zeit, um das Gefühl zu haben, dass Sie produktiv sind?
  5. Gewöhnen Sie sich Folgendes an: Stellen Sie sich bei jeder Tätigkeit die Frage, ob Sie mit Ihrem Tag zufrieden wären, wenn dies das einzige wäre, was Sie heute erledigen.
  6. Kleben Sie ein Post-it auf Ihren Computermonitor, das Sie daran erinnert, sich mindestens dreimal am Tag die Frage zu stellen: Erfindest Du gerade Dinge, um das Wichtige zu vermeiden?
  7. Vegessen Sie Multitasking. Widmen Sie sich mit aller Aufmerksamkeit maximal zwei wichtigen Dingen am Tag.
  8. Nutzen Sie das Parkinson’sche Gesetz auf der Makro- und Mikroebene.

Das Parkinson’sche Gesetz besagt, dass sich Arbeit genau in jenem Maße ausdehnt, wie es die Zeit erlaubt, die für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht in dem Maß, wie komplex sie tatsächlich ist. „Work expands [so as] to fill the time available for its completion“.

Mit straffen Zeitplänen und Deadlines gelingt es, mit weniger Zeitaufwand mehr zu erreichen, wenn man konzentriert handelt und nichts Wichtiges aufschiebt. Auf der Makroebene bedeutet das, etwa um 16 Uhr nach Hause zu gehen oder sich das Wochenende einschließlich Freitag und/oder Montag frei zu nehmen.

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