Resilienz

Der Begriff der Resilienz ist eng verknüpft mit dem Namen von Emmy Werner (* 1929) und ihrer Kauai-Studie. Sie untersuchte gemeinsam mit ihrem Team alle 698 Kinder, die im Jahr 1955 auf der Hawaiianischen Insel Kauai geboren wurden. Dabei interessierte sie sich speziell für diejenigen, die unter schwierigen Bedingungen aufwuchsen, sei es, dass ihre Eltern in großer Armut lebten, starben, drogenabhängig, gewalttätig, vernachlässigend oder psychisch krank waren. Diese Kinder wurden dann nach einem, zwei, zehn, achtzehn, zweiunddreißig und vierzig Jahren erneut untersucht. Die Nachuntersuchungen zeigten, dass sich wiederum etwa ein Drittel dieser Risiko-Kinder auch unter schwierigsten Bedingungen gut entwickelten und ein störungsfreies, sozial kompetentes Leben führen konnten.

„Die Lebensgeschichten der widerstandsfähigen Kinder unserer Längsschnittstudie lehren uns, dass sich Kompetenzerlebnisse, Vertrauen und zwischenmenschliche Fürsorge auch unter sehr ungünstigen Lebensbedingungen entwickeln können wenn sie Erwachsene treffen, die ihnen eine sichere Basis bieten, auf der sie Vertrauen, Orientierung, Autonomie und Initiative entwickeln können.“ (vgl. Werner 1999)

Werner, E. E. (1999). Entwicklung zwischen Risiko und Resilienz. In G. Opp, M. Fingerle & A. Freytag (Hrsg.), Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz (2. Aufl., S. 25–36). München: Reinhardt.

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