Verbitterungsstörung

 

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aus: Bonelli (Jatros 2010) bzw. nach Michael Linden

Bedeutung

Die „Verbitterungsstörung“ bzw. Posttraumatische Verbitterungsstörung (Posttraumatic Embitterment Disease, PTED) ist ein noch nicht anerkanntes Krankheitsbild, stellt aber eine Bereicherung des diagnostischen Repertoires dar, da sie einen bedeutsamen Aspekt von Störungen aus dem posttraumatischen/depressiven Formenkreis in den Vordergrund rückt. Der Aspekt der Verbitterung verhindert häufig den Zugang zu Therapie bzw. vermindert die Erfolgsaussichten, wenn er nicht speziell beachtet wird.

Therapie
  • Kognitive Umstrukturierung
  • Wiederaufbau von Sozialkontakten und
  • Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrungen
  • u.a.

Zum anderen wird als spezielles Therapiemodul ein gezieltes Training von „Weisheitskompetenzen“ eingesetzt.

Dazu gehört die Förderung folgender Fähigkeiten:

  • zum Perspektivenwechsel,
  • zu Affektakzeptanz und -toleranz,
  • zu Humor,
  • zu Werterelativismus / Selbstdistanz u. a.

Methodisch wird das Verfahren der „unlösbaren Probleme“ eingesetzt. Dabei gibt man fiktive schwerwiegende und unlösbare Konfliktsituationen vor, anhand derer die Patienten die vorgenannten Fähigkeiten einüben können/sollen, um sie anschließend auf ihre eigene Situation zu übertragen.

[Link zu Artikel in „Die Zeit“ 2009] [download von Artikel in Jatros 2010]

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